Am 5. November machten wir, d.h. ein kleines Grüppli Bärn-Gliders, uns auf nach Dallenwil im Engelbergertal. Ziel des Ausflugs war es, herauszufinden wie unser Körper auf die erhöhten G-Kräfte reagiert und vor allem auch, wie mann/frau den Durchblick behält und dem Tunnelblick, grey out, black out oder gar g-lock gezielt entgegenwirkt.

Der Tag konnte besser nicht ausgewählt worden sein, war es doch ein wirklich tiefgrauer und nasser Novembertag. Fliegerisch hatten wir also an diesem Tag sicher nichts verpasst.

Bereits auf der Zugfahrt wurde munter gemutmasst wie viele „G’s“ auszuhalten sind und was einem persönlich erwarten könnte.

Kurz nach 9.30 Uhr ging es dann endlich los. Wir erhielten eine kurze Einweisung durch den Trainer und ein erstes Versuchskaninchen für die Aufwärmrund bei 2 – 2.5 G wurde auserkoren. Die meisten wollten „die Salatschleuder“ erst einmal in Aktion sehen, bevor sie sich ins Gurtzeug stürzten. Ja, der Andrang war vergleichsweise klein, nicht so wie auf dem Startplatz an der Lenk oder gar in Annecy, wo alle möglichst schnell in die Luft wollen. 😉 Nachdem wir alle die erste Runde unbeschadet überstanden hatten, tasteten wir uns mit jeder Runde näher an die 6 G heran, welche vor der Mittagspause eingeplant waren.

Während jeweils eine Pilotin/ein Pilot im Trainer seine Runden drehte, tauschten die anderen derweil ihre Erlebnisse und Erfahrungen aus oder schauten dem Probanden zu, welcher gerade an der Reihe war und versuchten zu erkennen, wie es ihm/ihr gerade erging.

Je nach persönlicher Befindlichkeit, mussten einzelne bereits bei 4.5 G die Pressatmung zum Verhindern des Tunnelblickes anwenden andere wiederum fühlten sich bei 6 G noch ziemlich wohl.

Bevor der Trainer dann wirklich an seine Grenzen bei 7 G gebracht wurde, wurde aber in der nahegelegenen Pizzeria eine Mittagspause eingelegt. Erstaunlicherweise vermochten fast alle eine Pizza zu verputzen, nur zwei der Teilnehmer_innen blieben bei Suppe und Salat.

Wer wollte, konnte am Nachmittag austesten, wie er oder sie auf 7G Fliehkraft reagiert. Der Schwerpunkt war allerdings eher darauf aus, längere Zeit bei 4 oder 4.5 G auszuharren und zu versuchen bei dieser Belastung mit der Hand den Notschirmgriff zu erreichen und danach wieder zurück an die Bremse zu gelangen.

Um ca. 15 Uhr waren dann alle derart durchgeschleudert, dass wir das Training beendeten uns auf die Heimfahrt machten.

Fazit (nicht empirisch belegt):

  • Kleinere Piloten_innen haben weniger Mühe mit grossen G-Kräften
  • Grossen Piloten kann das Training, wenn nicht im idealen Gurtzeug absolviert, das Geld aus der Tasche drücken.
  • Die Nachwirkungen reichen von „mit den Hühnern ins Bett gehen“, über nächtliche Putzattacken bis zum zweitägigen Muskelkater.

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