Nach der Vereinsversammlung im Restaurant Frohsinn und bei feinem Weihnachtsbier steht für ein paar von uns noch die Frage im Raum, wohin es denn morgen zum Fliegen geht. Auf der Heimreise im Zug checke ich das Wetter: Nachlassender Fön aber Hochnebel bis 900 Meter und ein 20er SO-Wind sind prognostiziert. Ich setze auf den Chasseral und Klaus schliesst sich kurz darauf meiner Einschätzung an. Wir treffen uns am nächsten Morgen im Zug ab Biel und steigen in Ligerz in die Standseilbahn nach Prêles um. Das reicht aber noch nicht um aus dem Nebelmeer aufzutauchen, und auch das Postauto nach Nods führt uns noch nicht an die Sonne. Der Landeplatz bei der Flugschule Zorro liegt noch im Nebel.

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Erst beim Verlassen des Dorfes erblicken wir Sonne und blauen Himmel – und die ersten Piloten am Groundhandeln auf dem Chasseral und in der Luft. Da haben doch noch einige andere vernebelte Piloten ein ähnliches Tagesziel.

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Oberhalb vom Dorf-Skilift zieht sich eine krumme Waldschneise direkt bis zum Chasseral hoch. Die Steigung ist moderat und der Wanderweg ist wegen Holzschlag gesperrt, also ziehen wir uns diese Kurve rein und vergessen nicht, ab und zu mit dem Blick zurück über’s Nebelmehr und die verschneiten Alpen zu schweifen. Über der Waldgrenze spüren wir erstmals einen feinen Luftzug, doch den driftenden Schirmen über uns muss der Wind ziemlich seitlich reinblasen. Oben beim Restaurant treffen wir auf viele Sonnenhungrige Fussgänger / Autofahrer und der ganzen Krete entlang stehen farbige Schirme im Wind, ein schönes Bild.

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Leider bleibt der Wind nur knapp ausreichend zum Groundhandeln, aber zum Schirm oben halten und die Aussicht geniessen reicht’s auch für uns noch. Die Sonne wird immer stärker von Cirrenfeldern verdeckt und zu unseren Füssen liegt grad das Dorf frei von Nebel, drum fliegen wir los und landen wenig später wie viele andere Piloten oberhalb des Dorfes.

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Zu Fuss gehen wir dann hinunter zum Zugwaggon der Flugschule beim offiziellen Landeplatz auf ein Super-Bock-Landebier, doch dieses kühlt die klammen Finger noch zusätzlich. Wir stehen inzwischen nämlich wieder im dichten Nebel. So hält uns eigentlich nichts mehr hier und wir sind froh, dass uns das Postauto gleich Richtung Prêles mitnimmt – die Haltestelle haben wir im Nebel fast nicht wieder erkannt, zum Glück hat uns der Fahrer drauf hingewiesen 🙂 Unten am Bielersee gibt es zumindest wieder Weitblick, aber die Nebeldecke ist unerbittlich zäh. Schön heute an der Sonne und in der Luft gewesen zu sein!

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Andreas und Klaus

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