Erst beim Fliegen in anderen Ländern wird uns bewusst, wie unglaublich komfortabel und verwöhnt wir in der Schweiz unterwegs sind. In der Heimat bieten sich jegliche Fluggebiete an. Per ÖV gondeln wir in akzeptabler Zeit direkt zu komfortablen Startplätzen in unterschiedliche Windrichtungen. Wetterinfos saugen wir kurzerhand vom Netz auf unser Handy. Nach dem Flug landen auf saftigen Wiesen, wenn möglich in der Nähe eines Bahnhofes. Trotzdem versuche ich immer wieder meinen Gleitschirm in fernen Ländern dabei zu haben um neue Gegenden in der dritten Dimension zu erleben, einmal mehr auf Kuba, meiner geliebten Karibikinsel.

OnAir_1

Nach dem Guiden der Classico-Biketour für www.bike-adventure-tours.ch, gönne ich mir ein paar Tage zum Abschalten und Runterfahren, rsp. -fliegen. Heute gehtʻs mit meinem kubanischen Fliegerfreund Alex nach Canasí, zu einer kleinen Gebirgskante, die bei Nordwind und genügend Meeresbrise wunderbare Soaringmomente versprechen sollte. Leider ist sein alter T2 VWBus im Moment total kaputt (wen wundertʻs), deshalb ziehen wir mit dem öffentlichen Verkehr los. Mitten in Havanna Centro verabreden wir uns und fahren mit dem Bicitaxi zum Parque Central wo wir hoffentlich einen Bus Richtung Matanzas ergattern.

Bicitaxi_Havanna

Eine lange Schlange wartet an der Haltestelle, wir fragen nach dem „Ultimo“ und reihen uns ein. Seit viele Kubaner Handys geschenkt bekommen, lässt im Bus jeder lautstark, kreuz und quer seine Lieblingsmusik schmettern – niemand schaut genervt. Es ist eng, heiss und schüttelt, da es lange her ist seit dieser Bus einmal gefedert war; aber da es Mitte Dezember ist und ich an den Hochnebel zu Hause denke, beklage ich mich ganz und gar nicht. Nach mehrmaligem Umsteigen und einem kurzen Fussmarsch erblicken wir andere Piloten, die schon zufrieden in der Luft hängen.

Alfio

Alfio ist ein Unikum (eines von vielen in Kuba)… ein ausgewanderter, pensionierter Sizilianer, der – wenn immer möglich – in seinem Fiat 500 von Alamar nach Canasi rast, um in die Luft zu kommen.

OnAir_2
Rasch ist die Leichtausrüstung ausgepackt und wir heben ab. Auf dem Meer kräuseln sich kleine Schaumkrönchen, der Wind weht uns um die nackten Beine, die Geier soaren mit uns um die Wette… herrlich. Die armen, uniformierten Kerle der Küstenwache mit ihren alten russischen Feldstechern schauen immer wieder etwas perplex oder vielleicht auch neidisch zu uns hoch. Wir kratzen ein paar Kilometer der Kante nach, überhöhen immer wieder deutlich und landen nach zirka einer Stunde beim Startplatz um unsere Blasen zu leeren und etwas Kleines zu essen.

Landing
Nun wird das Licht immer schöner und wir starten erneut um Richtung Westen zu fliegen. Nach einer halben Stunde landen wir am wunderschönen Sandstrand mitten im geschlossenen Hotelresort „Tropico“.Es dauert nicht lange und die Sicherheitsleute rennen herbei, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir ohne farbige Armbändeli hier keine Existenzberechtigung haben. Ein kleines „Trinkgeld“ winkt, und plötzlich ist alles möglich.
Welch ein Glück, Alfio erklärt sich bereit uns Richtung Havanna mitzunehmen. So sollte es möglich sein, noch vor dem Eindunkeln zurück in der Hauptstadt zu sein. Drei Ausrüstungen und uns Piloten in den Fiat zu quetschen, ist kein einfaches Vorhaben. Zufrieden tuckern wir los. Unterwegs gönnen wir uns ein Bucanero (Landebier) und labern das übliche Heldengeschwätz, welches Piloten nach einem schönen Flugtag austauschen. Dieses Phänomen existiert anscheinend unter allen Piloten auf der ganzen Welt – und das Schöne dabei: wir verstehen uns bestens, egal von wo wir kommen oder welches unsere kulturellen Hintergründe sind.
Schade war diesmal David nicht dabei (ein anderer lokaler GS-Crack). Er musste sein Schlafzimmer räumen, weil eine Nacht zuvor die Decke eingebrochen war – ein Übel mit dem viele Habaneros zu leben haben.  Deshalb besuche ich ihn am Abend und wir schmieden Pläne. Rasch sind wir uns einig, die Idee, die GleitschirmReise wieder aufzunehmen. Diesmal mit acht bis zwölf Leuten und einem grösseren Bus. Im Frühling 2016 soll es los gehen. Zufrieden mit dem Tag schlendere ich in den warmen Abend durch die Gassen der Altstadt. Aus den Hauseingängen scheppert Salsa oder Reaggeton und ich überlege mir wo und wie ich die Nacht verlängere…

Alex_y_yo

PS
Falls du Lust hast, dich auf das „Abenteuer GleitschirmReise durch Kuba“ einzulassen, dann schick mir eine mail und ich reserviere dir unverbindlich einen Platz > mojito@balcab.ch .
Vor dem definitiven Anmeldeschluss Ende 2015 werde ich mich wieder bei dir melden und du kannst dich dann definitiv entscheiden, ob du teilnimmst. Zeitpunkt zwischen Februar und April 2016, der Preis wird noch kalkuliert. Hier als Vorgeschmack ein Eindruck der Pioniertour vom letzten Jahr: In den Hauptrollen vier unerschrockene BaernGliders plus Locals: http://vimeo.com/65964715

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.