Das vom Verein organisierte SiKu war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht – zurecht. Der Kurs war ein voller Erfolg! Da können auch ein paar kleine organisatorische Mängel nichts daran ändern. Und eigentlich war es ein riesen Glück, dass der Kurs überhaupt stattgefunden hat, wenn man einen Blick auf die Wettervorhersage warf – aber alles der Reihe nach.

Im Vorfeld des SiKus konnten sich alle Teilnehmer mit den Manövern in Ruhe auseinandersetzen. Hierzu wurde von der flugbasis.ch ein online Zugang aufgeschaltet, um Zugriff auf lehrreiche Dokumente und Videos zu haben. Diese Theorie sollte vor dem Kurs noch vertieft angeschaut werden. Am Freitagabend 19:00 gings los. Einige hatten wohl gedacht, es ginge maximal zwei Stunden – schlussendlich waren es drei volle Stunden. Mit seiner motivierenden und lockeren aber bestimmten Art hat Andy die Theorie mit Hilfe von Zeichnungen, Flipcharts, einem Gleitschirmmodell und Videos den Teilnehmern sehr kompetent vermittelt und Fragen zielstrebig beantwortet. Es waren kurzweilige Stunden wenn man die Fülle an Theorie betrachtet. Die Stimmung war an diesem Freitagabend bereits ausgelassen aber auch etwas angespannt auf das was da kommen würde.

Um 07:30 Uhr bei der Flugbasis war der Treffpunkt, bevor es mit dem Bus nach Brienz zum Landeplatz gehen würde. Ein Grossteil nahm den Weg gleich direkt unter die Räder sodass sich die gesamte Gruppe um 08:00 Uhr am Landeplatz einfand. Alle waren bereit um sich den waghalsigen Manövern zu stellen – dies sollte sich jedoch sogleich relativieren, als dann Andy vor die Gruppe trat und sich zuerst einmal eine Entschuldigung zurecht legen musste.

Das ganze Jahr über ist MIL OFF in diesem Fluggebiet. Jedoch genau an diesem Samstag, dem 06. Juni 2015, war MIL ON – ein Raunen ging durch die Reihen. Das heisst wohl nichts Gutes, könnte man meinen. Andy versuchte aber sogleich zu beruhigen und versprach sein Möglichstes zu tun, damit wir trotzdem einen lehhreichen Tag haben werden. Als wäre das noch nicht genug, war die zweite schlechte Nachricht, dass der Tank fürs „Rettungsboot“ in Vergessenheit geraten ist – ohne Boot keine Flüge. „Er ist aber bereits unterwegs.“, sagte Andy gleich hinterher. Und so fuhr der Bus zur Axalp auch schon bald los, um möglichst früh starten zu können.

Andy konnte mit Skyguide glücklicherweise eine Flugbewilligung aushandeln mit einer Ausnahme: von 09:15 Uhr bis 10:15 Uhr herrschte striktes Flugverbot. So musste die gesamte Gruppe eine Stunde lang am Startplatz ausharren, bis es endlich losgehen konnte. Auch am Nachmittag mussten wir uns nochmals eine Zeit lang gedulden, konnten aber alle drei Flüge durchbringen. Auch der Tank war in der Zwischenzeit eingetroffen – es konnte also losgehen.

Pilot Christian machte den Anfang: Rausfliegen, Andys Anweisungen per Funk gut zuhören und dann volle Kanne nach unten. Danach folgte einer nach dem anderen, Schlag auf Schlag. Pro Flug waren jeweils vier Manöver vorgesehen. Die Mehrheit hatte sich für die vorgeschlagenen Manöver entschieden. Diese gingen von 180° eintwisten über Big Ears, Spirale und B-Stall bis zu Full Stall, SAT und zu guter Letzt den Notschirm werfen, für die die wollten.

Das „Rettungsboot“ war während dem ersten Tag noch nicht allzu sehr gefordert. Die schwierigen Manöver sollten erst am zweiten Tag folgen. Dies soll die Leistung und den Schwierigkeitsgrad des ersten Tages aber nicht schmälern – im Gegenteil. Der Seitenklapper mit 360° abdrehen lassen hatte es nämlich bereits in sich und zahlreiche Piloten haben sich daran die Zähne ausgebissen diesen „Sauhund“ wirklich gut zu meistern.

Der Tag ging vorbei wie im „Fluge“ und als alle müde und zufrieden den Heimweg angetreten haben, war die Vorfreude bereits wieder zu spüren für den nächsten Tag. Am zweiten Tag, der diesmal ohne unvorhergesehene Vorkommnisse startete, standen risikoreichere Manöver wie die Vrille oder Full Stall auf dem Flugplan. An diesem Tag war dann auch das „Rettungsboot“ praktisch immer auf dem Wasser. Die Gruppe wurde wie bereits am ersten Tag geteilt, damit auch wirklich alle Flüge möglichst zügig durchgeführt werden konnten. Die Sprüche wurden zeitweise etwas verklemmter auf der Startwiese und alle waren spürbar angespannt. Sobald das Manöver erfolgreich geflogen wurde und man wieder festen Boden unter den Füssen hatte, war die Erleichterung umso grösser. Viele der Piloten hatten danach ein breites Grinsen auf dem Gesicht – verständlich bei diesen verrückten Flügen die da gemacht wurden.

Etwa die Hälfte aller Teilnehmer haben beim letzten Flug den Notschirm geworfen – einige zum ersten Mal. Das war vielleicht ein Spass!

Nachdem alle Schirme und Gurtzeuge zum Trocknen ausgelegt wurden, fand nach einem gemütlichen Bierchen das Debriefing mit Andy statt. Danach war der Kurs offiziell beendet und alle gingen müde aber zufrieden nach Hause – bis zum nächsten Jahr.

Fazit:

Der SiKu wurde grundsätzlich sehr seriös und kompetent durchgeführt. Einige waren sogar der Meinung, es sei kein Vergleich zu anderen SiKus die sie bereits besucht hatten. Es war auf jeden Fall ausserordentlich lehrreich und absolut jedem ambitionierten Piloten zu empfehlen – einfach ein Muss!

Vielen Dank dem ganzen Flugbasis-Team für den super Kurs! Immer gerne wieder!

Jönu

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