Wir trafen uns am Montagabend in einem gut möblierten und ausgestatteten Sitzungszimmer in der Altstatt.

Simon Grossenbacher hat uns einen sehr gut strukturierten und praktischen Einblick gegeben in die Thematik des Biwakfliegens. Er hat uns sehr viele Aspekte vor Augen geführt, die insbesondere bei mehrtägigen Unternehmen sehr wichtig sein können. Da kommt die Vorbereitung dazu, mit dem Meteo-Studium, identifizieren von Wildruhezonen, Hangneigungen und Expositionen, Zugänglichkeit zu Wasser, etc. Obwohl gerade die Routenplanung nicht zu starr sein darf, denn es kommt sowieso anders. Simon empfiehlt hier, sich auf eine Himmelsrichtung zu konzentrieren, zum Beispiel Richtung Osten. Auch wichtig, wenn man zu zweit oder gar in Gruppen unterwegs ist: haben alle etwa die gleichen Fähigkeiten? Wie verhält man sich, wenn einer absäuft?, was vereinbart man vorher?

Ganz eine zentrale Rolle spielt neben fittem Oberkörper (die Beine sind eh immer trainiert) das Material. Zelt oder Biwaksack? Gaskocher oder Holzkocher? Simon hat alle seine Utensilien auf den Tisch gelegt und vom Wanderstock mit Tape-Reserve, über das Solarpannel (empfohlen nicht unter 7 Watt) bis zum Micropur erklärt, auf was er achtet. Wahrscheinlich war nicht nur mir ein Rätsel, wie er das alles in sein Liegegurtzeug reinbringt! Da sind Rucksack-Packordnungen der besten Armee der Welt reinster pipifax dagegen. Optimiertes Einpacken, sei es in den Rucksack oder in das Liegegurtzeug, beansprucht dementsprechend auch viel Zeit und Übung.

Zum Biwakieren sollte man, wenn möglich, südost-Hänge anzielen, so kann man morgens die Sachen früher an der Sonne trocknen und hat auch eher guten Startwind. Häufig unterschätzt: der Wasservorrat –  Simon empfiehlt mindestens 3 Liter Reserve. Insbesondere, wenn man plant, oben reinzuladen, kann es sein, dass Wasser weit weg ist. Was das Fliegen betrifft, empfiehlt er einen Schirm, den man 120% beherrscht. Also auch, wenn man ziemlich müde und möglicherweise noch dehydriert ist vom Aufstieg. Aber wenn man dann den 5-Punktecheck nicht mal mehr weiss – besser am Boden bleiben und sofort pennen.

Es gäbe hier noch viele interessante Dinge zu schreiben. Ich habe sehr profitiert von diesem Vortrag und er hat meinen Vorstellungen absolut entsprochen. Simon weiss genau, von was er spricht! Dä Giu tschegggets! Vielen Dank!

Housi Ryter

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