Für den ersten Septembersamstag stand ein H&F auf dem Programm.

Angedroht wurden zwölfhundert Höhenmeter, was doch einer guten Kondition bedarf. Es meldeten sich sechs Wagemutige, die allgemeinen Wetterprognosen waren sehr gut, es stand ein vorerst letzter Sommertag bevor. Wenn da nur nicht der zügige Westwind die Auswahl stark einschränkte. Im Gruppenchat wurden ab Donnerstagabend fleissig Windmodelle diskutiert. Offenbar bestand ein Problem mit den Cosmos2-Daten vom SHV, die sich nicht richtig synchronisierten und somit nicht brauchbar waren.

Aber Simu als Verantwortlicher des H&F konnte natürlich locker auf dutzdende von Wetterapps zurückgreifen, dass es dem Autor fast schwindlig wurde. Nach langem Hin- und Her – die letzte Auswahl war Turnen oder Wallis – fiel der Entscheid erst am Samstagmorgen früh auf der Anfahrt: Wallis, genauer mit Postauto bis Binn, dann 1200 Höhenmeter aufs Eggerhorn.

Aber nebst der gesamten Outdoor-Community, die ebenfalls am Samstagmorgen mit dem Zug in die Berge wollte, brachte eine Fahrleitungsstörung den Betrieb aus dem Takt. Es traf auch uns, denn das Postauto nach Binn fährt nur alle zwei Stunden, was uns einen zu späten Start bei stärkerwerdendem Wind beschert hätte. Das Taxi war auch schon ausgebucht, somit fiel der Entscheid auf einen tapferen Aufstieg in der Nähe der Fiescheralp. Tapfer deshalb, weil wir bewusst die Godelbahn nicht in Sichtweite haben wollten. Dies klappte fast, nur einmal unterquerten wir schlussendlich die Gondel. Schweissgebadet, aber immer in guten Diskussionen verwickelt, kamen wir oben auf dem Kühboden an.

Dort genossen wir das schöne, warme Wetter beim Picknicken und der leibsten Beschäftigung von Piloten, nämlich dem Beobachten und Kommentieren der Anderen. Der Startplatz Kühboden liegt gleich neben der neuen Godelbahn auf die Fiescheralp und ermöglicht direkte Gleitflüge zum offiziellen Landeplatz Fiesch, der wiederum nur fünf Minuten von der Bahn- und Gondelstation entfernt liegt.

Aber die wechselnden Windverhältnisse machten uns zunehmend Sorgen, insbesondere die Talwinde am Landeplatz. Als dann sogar zwei eingetroffene Tandemler mit ihren Gästen wieder einpackten und abzogen, mussten wir uns ernsthaft mit einer Gondelabfahrt auseinandersetzen. Die Auskunft von den Tandemlern, welche Funkkontakt zum Landeplatz hatten, war auch nicht berauschend. Aber gegen Abend flauten die Talwinde unten dann schon ab, aber dann wären oben eben die starkten Abwinde ein wichtiges Argument gegen einen Start.

Doch dank den modernen Windprognosen konnte Simu dann plötzlich verkünden, dass es jetzt günstig wäre für einen Start. Wir hoben alle sechs in nur wenigen Minuten ab, es war holprig von Beginn weg. Der Talwind war mitten im Tal sehr stark. Alle sechs machten einen Gleitflug nach Fiesch, aber alle kamen heil und gut auf dem Landeplatz an, wenn auch bei teilweise sehr starkem Talwind.

Das Landebier schmeckte auf jeden Fall allen, und auf der Rückreise war doch die Anstrengung des Aufstiegs (H) und/oder des Flugs (F) gut sichtbar. Ein tolles H&F mit gäbigen Bärngliders, mit einer interessanten Wind-Ausgangslage, notwendigen spontanen Planänderungen und einer fundierten Führung, merci Simu!

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