Am Donnerstag, den 25.04.13 trafen sich etliche fluglustige Bärn-Glider in Solothurn, um von der kurzen Gutwetterphase zu profitieren. Im Vergleich zum Saisonstart hatte es am Niederwiler Stierenberg deutlich weniger Piloten, Schnee und Schlamm aber auch deutlich weniger Thermik – also zumindest genau in dem Moment, in dem ich gestartet bin.

Zum meinem Glück wurde ich unmittelbar nach der Landung von einer netten Gleitschirmpilotin wieder auf den Berg hochgefahren. Zusammen mit meinem zufällig ebenfalls anwesenden Flugschulkollegen, der am gleichen Tag mit der Ausbildung anfing und immer alles schneller und besser konnte als ich, konnte ich noch ein zweites Mal starten.

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Georg, wie ich ihn während unserer Ausbildung immer sah – von unten.

Diejenigen von euch, die mich nicht kennen, müssen wissen, dass ich grade erst im Oktober „flügge“ wurde und letzte Woche damit begonnen habe, mich vom Startplatz zu entfernen um Strecke zu machen. Diese ersten „Flugversuche“ entpuppten sich aber nach kurzer Zeit als „Gehversuche“…

Nach dem ich am Donnerstag auf 1700 Meter gestiegen war, versuchte ich nach Westen wegzukommen, musste jedoch bald umkehren um beim Startplatz erneut Höhe zu gewinnen. Während mein Kollege immer noch über dem Startplatz kreisste und immer höher und höher Stieg, brach ich gegen Osten aus. Der erste Schlauch über der Hochspannungsleitung katapultierte mich wieder auf 1700 Meter und von da an gab’s kein Halten mehr.

Erst als ich mich durch einen Blick zurück versichert hatte, dass mein Kollege nicht mehr in der Luft war, äugte ich nach einem Landeplatz. Ich fand diese unendlich grosse (>3.5 ha), ebene, grüne, saubere und trockene Wiese, unmittelbar neben dem Bahnhof in Egerkingen.

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Der (vielleicht) schönste Landeplatz der Schweiz

Die Anwohner dieser Wiese scheinen aber bereits etliche Gleitschirmlandungen gesehen zu haben. Denn die auf dem Perron wartenden Passagiere blickten nur kurz aus ihren Gratiszeitungen hoch und scheinen sich nicht weiter für diesen Gleitschirm, der ihnen auf den Füssen landet, zu interessieren.

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Olivia weisst noch etliche Kampfspuren vom Saisonstart auf

Ich fuhr nach diesem Flugtag der Superlativen stolz wie ein junger Gott mit der Bahn wieder nach Hause. Ich war an diesem Tag doppelt so lange in der Luft, habe unterwegs ungefähr sieben Mal mehr Thermiken gefunden und kam zudem noch gefühlt 50mal soweit, wie sonst wann! Überdies habe ich meinen Flugschulkollegen zum ersten Mal in über 70 gemeinsamen Flügen in einer Disziplin geschlagen!

Dies verdanke ich den geduldigen Ausführungen der Fluglehrer von Starter + und vor allem dem Vorbild diverser Bärn-Glider, die mich überhaupt auf die Idee brachten, das mal zu versuchen. Danke an alle Beteiligten.

Hoffentlich schaffe ich es bald mal gleichzeitig mit euch in der Luft zu sein.

That’s one small step for (a) man, one giant leap for Tschortsch.

 

 

4 thoughts to “Der (vielleicht) schönste Landeplatz der Schweiz

  • MoMo

    Deine Ausdauer hast Du sicher vom Trainingscamp San Fermo: üben, üben, üben. Ich kenne niemanden, der das Fliegen nur am Boden gelernt hat 🙂

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  • Reto

    Also, warum nicht einfach 4.7? 🙂
    😉

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  • Tschortsch

    @ MoMo: ja, immer fleissig üben. Es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Oder etwa doch?

    @ Reto: So ein Aufsehens wegen einer 4.7. Was weiss der Kerl denn alles zu erzählen, wenn er es mal auf einen GSF von über 5 bringt? tssss.

    🙂

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  • Hoschi

    Hey Super.
    Gratuliere Dir!
    Ich war an diesem Tag in Mauborget und wurde trotz kaum Steigen so richtig durchgeschüttelt. „Quasi ein unfreiwilliges Sicherheitstraining über Wald“ Den Faktor veröffentliche ich nicht..smile

    Grüsse
    Hoschi

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